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Rückblick auf "40 Jahre karnevalistischer Tanzsport in Kassel" Der karnevalistische Tanzturniersport in Kassel
nahm am 4. Februar 1968 seinen Anfang. Die 14 teilnehmenden Gesellschaften
kamen aus Kassel, Lohfelden, Guxhagen, Weimar, Escherode, von der damaligen
KG Fuhaba im Tuspo Eintracht Großenritte und der Brunnenzeche aus Fulda.
Bereits beim 2. Turnier, am 2. Februar 1969, gesellten
sich Karnevalvereine aus Melsungen und Göttingen zu den oben genannten
dazu. Man hatte in Kassel begonnen, die Erfolgsleiter zu erklimmen. Das 3. Gardetanzturnier war gleichzeitig ein Ausscheidungsturnier
für die Teilnahme an den Europameisterschaften, es gab noch keine Turniere
des Bund Deutscher Karneval! (BDK) Nun kamen auch große Gesellschaften
wie "Frankfurter Gardecorps Die Scharfschützen-Konfetti e.V." mit ihrem
Präsidenten Geo Wahl, die "Zigeunerinsel" aus Stuttgart mit Vizepräsident
Herbert Zinser und andere. Schon beim 4. Garde-Tanz-Turnier wurde "Ab nach Kassel" von Gesellschaften und Vereinen aus dem gesamten Bundesgebiet angewandt. Noch immer zum Ausscheidungsturnier für die Europameisterschaften kamen sie aus Haimbach, Frankfurt, Bad Neustadt/fr. Saale, Bonn, Stuttgart, Göttingen, Hannover, Arnstein/Ofr., Gerolzhofen und Nijmegen. Sieger wurden im Marschtanz Der Möbelwagen aus Stuttgart, im Schautanz die Zigeunerinsel aus Stuttgart. Erstmals wurde auch im Mariechentanz um Punkte und Fahrkarten getanzt. Sieger wurde der Dukenburgse CV aus Nijmegen. Den Namen des Mariechens konnten wir leider nicht mehr ermitteln. Nun war es endlich soweit, der BDK hatte sich durchgerungen, selbst in das Tanzturnier- Geschehen einzusteigen. Am 28. November 1971 fand in Kassel das erste Qualifikationsturnier für das 1. Endturnier des Bund Deutscher Karneval statt. Und sie kamen, die Turnierbegeisterten Gesellschaften und Vereine aus dem gesamten Bundesgebiet. 17 weibliche Garden, 6 Mariechen und 12 Schautänze gingen über die Bühne der Kasseler Stadthalle, Nordhessens "Guter Stube". Und das große Tanzorchester des Bundes Grenzschutzes, das sonst nur bei den Turnieren und Bällen der großen Tanzsportclubs, beim Orchideenball spielte war für Ein- und Ausmarsch zuständig. Die Jury wurde übrigens gestellt von Tanzlehrern von renommierten Tanzschulen in Kassel, Krefeld, Hameln und Hannover. So, wie oben beschrieben, ging es weiter auf der Erfolgsleiter, inzwischen sprach man bundesweit von den Kasseler Turnieren, bis zum Jahr 1973. Ab der Session 1973-1974, nunmehr seit 34 Jahren, wurde vom BDK die Alters-grenzen Kinder (später Jugend) 1963 - 1968 und Junioren 1959-1962 eingeführt. Es gab also ab sofort drei Turniere. Dies hatte natürlich auch für uns in der Organisation
folgen. Bisher wurden alle Turniere vom Vizepräsidenten der GKK, Siegward
Dreyer (Bürger - Römer hört mich noch einmal an) moderiert. Ab dem 1.
Jugendturnier übernahm der Präsident der KG "Die M-Einser", Wolfgang
Groß, die Moderation der Jugendturniere. Auch ein Ver-anstaltungskassierer
musste her, es war der Einstieg in die Tanzturniere für dem späteren
Protokoller und Tanzturnierbeauftragten der GKK. Auch wurde ab diesem
Jahr die Jury von Mitgliedern des BDK gestellt, aber sie erst vor dem
Turnier ausgelost. Zu diesem Turnier wurde die GKK vom BDK beauftragt, einen eigenen Regionalverband im BDK zu gründen. In der Vergangenheit gehörten wir der IG Mittelrhein an. So wurde am 21. Januar 1973 der Karneval Verband Kurhessen mit Sitz in Kassel in der Kasseler Stadthalle gegründet. Zum ersten Präsidenten wurde Karl-Heinz Fähling gewählt. Die Dekorationen der Kasseler Stadthalle hatte
vom 1. Turnier an die heutige Galeria Kaufhof übernommen, sie verwandelten
die Stadthalle in einen Tanztempel, natürlich kostenlos! Das Tanzturnier im Dezember 1974 sah einen Führungswechsel
in der GKK vor, erstmals übernahm der neue Präsident Heinrich Rudolph
die Turnierleitung. Auch der BDK war inzwischen aktiv, es gab einen
Tanzturnier-ausschuss und Juroren des BDK. Dem BDK-TTA gehörten Männer
wie Lothar Mansky aus Kiel, Helmuth Graf aus Kassel, Albert Ehrhardt
aus Nürnberg, Walter Nelskamp aus Bocholt und der spätere BDK-Präsident
Heinz Wacker an. Der erste Juryobmann in Kassel, der vom BDK gestellt
wurde, war Walter Nelskamp. Er fungierte als Obmann bis zum Jahre 1977
- und wir hatten bereits 95 Starts an einem Tag zu bewältigen. Die Folgejahre 1975 bis 1978 sahen ein stetes Steigen der Teilnehmerzahlen, es ging die Mähr, wer in Kassel gewinnt, liegt bei den Deutschen ganz vorn. So ist es auch noch heute. Im Jahr 1979 wurde die Miete der Stadthalle in
Kassel so teuer, dass wir uns nach einem anderen Turnierort um-sehen
mussten. In der neuen Stadthalle in Baunatal fand das 13. Garde- und
7 Jugendturnier statt. Juryobmann war Dieter Breusing aus Homburg/Saar
und die Turnierleitung hatte zum ersten Mal der Protokoller der GKK
in eigener Verantwortung. Leider war es mit den Umkleideräumen in der
Baunataler Stadthalle nicht so gut bestellt, es gab zu wenig, so dass
in den Jahren 1980 und 1981 die Turniere wieder in der Kasseler Stadthalle
stattfanden. Mit dem 16. Garde- und 10. Jugendturnier wurde ein erneuter
Versuch in der Stadthalle in Baunatal gestartet. Obmann des BDK war
Geo Wahl aus Frankfurt. Der Zuspruch zu den Tanzturnieren war so gewaltig
gestiegen, dass wir die Start-meldungen an einem Tag nicht mehr bewältigen
konnten. Zum ersten Mal fand ein Turnier an zwei Tagen statt. Die Unterstützung
zur Durchführung der Turniere seitens der Baunataler Stadtverwaltung
war sehr groß. So wurden in die großen Fensterfronten des Foyers des
Rathauses Sichtblenden gestellt, das Foyer wurde umfunktioniert zu Um-kleideräumen.
Leider konnte man aber trotzdem den jungen Damen beim Umziehen zusehen.
Der Austragungsort Baunataler Stadthalle wurde vom BDK-TTA verboten!!
Es gibt halt in der Stadthalle zu wenig geeignete Umkleide-möglichkeiten
um ein Turnier in der Größenordnung durchzuführen. Also, erneute Suche
nach einem geeigneten Austragungsort. Vorerst fanden jedoch die Turniere, in den Jahren
1983 bis 1986, wieder in Nordhessens Guter Stube, der Stadthalle in
Kassel statt. Beim Turnier am 30. November 1986 beginnt Werner Reiße
seine Laufbahn als Turniersprecher beim Jugendturnier, er ist Vizepräsident
der GKK. Dann kam das Jahr 1990, die GKK plante das 25.
Gardetanzturnier mit seinem Sprecher, dem Ehrenpräsidenten der GKK,
Siegward Dreyer. Er moderierte alle Turniere von Anbeginn an und wollte
nach seinem Jubiläumsturnier in den wohlverdienten Ruhestand treten.
Er verstarb plötzlich, nach kurzer, schwerer Krankheit am 28. April
1990. Kaum ein Turniersprecher verstand es so gut, das über Jury-Entscheidungen
aufgebrachte Publikum mit seinem Worten: "Römer, Bürger hört mich noch
einmal an" und seiner humoristischen Interpunktion zu beruhigen. Pfeifen
und Tröten, pflegte er mit den folgenden Worten von der Bühne aus zu
beantworten: Liebe Leute, wir sind doch bei einem Tanzturnier, der KSV
spielt doch im Auestadion. Durch seine ausgleichende Art
war er beliebt bei den Aktiven ebenso wie bei den Funktionären. Aber 1990 war auch das Jahr der Wiedervereinigung
mit der DDR. Die Stadt Kassel hatte schon längere Zeit eine Partnerschaft
mit der Stadt Arnstadt in Thüringen geschlossen. Diesem Partnerschaftsvertrag
trat die GKK bei. Trainer aus Kassel, Jacqueline Butzmann und Hans-Kurt
Walter fingen mit der Ausbildung der Gardetänzer und Trainer beim AKC
in Arnstadt an. Sie brachten die Garde in kürzester Zeit auf westlichen
Stand. Das Training fand mal in Arnstadt und mal in Kassel, immer im
Wechsel, statt. Am 1. Juni 1999 wurde im Rathaus zu Mainz der
Landesverband für karnevalistischen Tanzsport in Hessen e.V., Sitz Wiesbaden,
unter Mitwirkung von Jacqueline und Gerd Butzmann gegründet. Der Verband
war einer der ersten in Deutschland. Vorsitzender wurde Rechtsanwalt
Mike Reichert aus Wiesbaden der leider im Juni 2006 verstarb. Seit dem
liegen Geschäftsführung und Vorsitz in meinen Händen. Der Karnevalstanz in Kassel war all die Jahre
Richtungweisend für den späteren karnevalistischen Tanzsport. Kassel
gehörte zu dem Reigen der "Großen Vier". Es waren Ludwigshafen, Bonn,
Düren und Kassel. Hier wurden im Auftrag des BDK immer wieder Versuche
gestartet, wie man die Bedingungen für den Tanzsport verbessern kann.
So wurde in Kassel das einzige Turnier durchgeführt, bei dem nach Konserve
ein und ausmarschiert wurde. Schon während des Turniers war man sich
klar, einmal und nie wieder. Hier in Kassel fand das erste rauchfreie
Tanzturnier statt, damals sprach noch keiner über Rauchverbote. Hier
in Kassel war es, wo vom ersten Turnier an nicht nur ständig ein San.
Dienst sondern auch eine ärztliche Betreuung vorhanden war. Das ich
selbst dann mal keinen ständigen Arzt in der Halle hatte, na ja. Ohne
die GKK und den Tanzsport in Kassel, gäbe es keine Kurhessenmeisterschaften,
vielleicht hätte man damit später begonnen, möglich. Seit dem 18. und 19. Oktober 2003 werden die
Kasseler Tanzturniere vom neugegründeten "Verein für Tanzsport in Kassel
e.V." durchgeführt. Dieser Verein wurde aus organisatorischen, wirtschaftlichen
und sportlichen Gesichts-punkten von den Mitgliedern der GKK gegründet.
Er ist Mitglied im Landessportbund, im DTV und HTV. Er fördert nach
steuerlichen Prinzipien und Vorschriften die Ausbildung der Trainer
und Trainerinnen, er bezahlt deren Aus-bildung unter Vertraglichen Gesichtspunkten
bis zur Erlangung der Trainer C-Lizenz der Sportbünde und ist fester
Bestandteil der Gemeinschaft Kasseler Karnevalgesellschaften und wird
es auch bleiben. Hat aber einen eigenen, geschäftsführenden und bilanzierenden
Vorstand. Aus Anlass des 40jährigen Turnierjubiläums und als Dank für ihren Einsatz um die Kasseler Turniere werden der Bürgermeister a.D. Ingo Groß und der Oberbürgermeister a.D. Georg Lewandowski zu den ersten und einzigen Ehrenmitgliedern des Vereins für Tanzsport in Kassel e.V. ernannt. Leider können beide heute nicht dabei sein. Wir werden die Ernennung anlässlich der Ehrung der Meisterschaftsteilnehmer im Frühjahr 2008 nachholen. Ich sage Danke allen Vereinen und Gesellschaften, die seit Jahrzehnten zum Tanzturnier nach Kassel kommen und hier Maßstäbe im Turniersport gesetzt haben, ausgehend von Kassel und sich bundesweit verbreitend. Ich bedanke mich bei all den vielen Mitmenschen,
die in den vergangenen 39 Jahren mitgeholfen haben, aus dem Karnevalstanz
den karnevalistischen Tanzsport zu machen, sei es in der Stadt Kassel,
in der Region Kassel, im Karnevalverband Kurhessen oder anderswo in
Deutschland. Ich bedanke mich bei allen meinen Mitstreitern,
die mir in 34 Jahren mitgeholfen haben, aus den Kasseler Tanz-turnieren
das zu machen, was sie heute sind, ein anerkannter Turnierstandort in
der Bundesrepublik in dem seit 40 Jahren karnevalistischer Tanzsport
betrieben wird. Ein ganz besonderer Dank gilt den Sponsoren unserer
Turniere, ohne deren Einsatz einiges nicht möglich wäre, an der Spitze
die Kasseler Sparkasse, die den Tanzsport in Kassel alle 40 Jahre wohlwollend
begleitet hat und auch weiter begleiten wird. Ich danke auch den Männern der ersten Stunde,
es sind dies Helmuth Graf, Siegward Dreyer, Karl-Heinz Fähling, Willi
Emde und Wolfgang Duhme, wir sollten sie nicht vergessen, nicht IN Kassel
und auch nicht VOR Kassel. Ich hoffe, das der karnevalistische Tanzsport weiter lebt zum Wohle aller, besonderst zum Wohle der tanzenden Jugend in Kassel, in der Region und anderswo.
Gerd Butzmann
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